World Wealth Report 2014: Fehlende digitale Angebote sind ein Risiko für Vermögensverwaltungsfirmen

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Millionäre aller Alters- und Vermögensklassen erwarten mehr digitale Leistungen von ihren Vermögensverwaltern in den nächsten fünf Jahren
Wien, 18. Juni 2014 – Die Digitalisierung ist der wichtigste Faktor, um Kundenerwartungen zu erfüllen, das Wechselrisiko der Anleger zu minimieren und die Profitabilität der Vermögensverwaltungsindustrie zu steigern. Dies zeigt der heute von Capgemini und RBC Wealth Management veröffentlichte World Wealth Report 2014 (WWR). Fast zwei Drittel der weltweiten High Net Worth Individuals (HNWIs) erwarten, dass sie bis spätestens in fünf Jahren fast all ihre Vermögensangelegenheiten digital erledigen können. Als HNWI gelten Personen, die über ein anlagefähiges Vermögen von über einer Million US-Dollar verfügen, ausgenommen selbstgenutzte Immobilien sowie Sammlungen wertvoller Objekte und Verbrauchsgegenstände. HNWIs würden einen Wechsel der Vermögensverwaltungsfirma in Betracht ziehen, wenn die entsprechenden digitalen Kanäle nicht zur Verfügung stünden. So das Ergebnis des im Report enthaltenen Global High Net Worth Insights Survey, einer Primäruntersuchung von Capgemini, RBC Wealth Management und Scorpio Partnership mit Antworten von mehr als 4.500 HNWIs.
 
Weltweit, vor allem aber in aufstrebenden Märkten, haben HNWIs Ansprüche an die digitalen Services ihrer Vermögensverwaltungsfirmen. 82 Prozent der HNWIs in der Asien-Pazifik Region (ohne Japan), 74 Prozent im Mittleren Osten und Afrika sowie 70 Prozent in Lateinamerika erwarten, dass in den kommenden fünf Jahren der größte Teil ihrer Vermögensverwaltungsangelegenheiten digital abläuft. HNWIs in Nordamerika haben den geringsten Anspruch, etwas über die Hälfte (58 Prozent) erwarten eine vorwiegend digitale Vermögensverwaltung im gleichen Zeitraum.
 

Es haben mehr Anleger digitale Ansprüche als bisher angenommen
Lange wurde vermutet, dass das Thema Digitalisierung vor allem etwas für junge, weniger reiche oder Anleger ist, die Ihre Anlagen selbst verwalten. Diese Ansicht muss revidiert werden, so das Ergebnis der Umfrage unter den HNWIs bezüglich ihrer digitalen Präferenzen.
  • Vermögen: Sogar die vermögendsten HNWIs haben digitale Ansprüche. Über die Hälfte (55 Prozent) der HNWIs mit über 20 Millionen US-Dollar investierbarem Vermögen und drei Viertel (74 Prozent) derer, mit einem Vermögen von 10 bis 20 Millionen US-Dollar, erwarten eine überwiegend digitale Vermögensverwaltung in den kommenden fünf Jahren.
  • Alter: Während vor allem jüngere HNWIs einen Anspruch an Digitalisierung haben, sind auch ältere HNWIs daran interessiert: 57 Prozent der über 40-Jährigen würden es in Betracht ziehen, ihre Vermögensverwaltungsfirma zu verlassen, wenn keine integrierte Lösung angeboten würde (verglichen zu 80 Prozent der unter 40-Jährigen).
  • Anspruch auf Beratung: Nicht nur HNWIs, die Ihre Anlagen selbst steuern, fordern digitale Angebote von den Verwaltungsfirmen. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der HNWIs, die Wert auf professionelle Beratung legen, erwarten eine vorwiegend digitale Vermögensverwaltung in den kommenden fünf Jahren (verglichen zu 78 Prozent der selbstgesteuerten HNWIs).
 
„Die digitalen Ansprüche der HNWIs sind überraschenderweise fast überall gleich, unabhängig von Alter, Vermögenshöhe oder Region. Sie wollen eine kanalübergreifende und damit integrierte Kundenbeziehung mit ihren Vermögensberatungsfirmen“, so Klaus Schmid, Vorstandsvorsitzender von Capgemini in Österreich. „Die aktuellen Ergebnisse des World Wealth Reports zeigen wieder die Bedeutung der Digitalisierung in der Vermögensverwaltungsindustrie. Nur durch die entsprechende Anpassung der Geschäftsmodelle können die Unternehmen die Erwartungen der Kunden erfüllen.“
 
HNWIs fordern digitale Angebote zur Information und Transaktion
HNWIs priorisieren digitale Interaktionen, die sie entweder informieren oder ihnen Transaktionen ermöglichen. Der Zugang zu neuen Informationen wie Portfolio-Updates oder Investitionsrecherchen über Websites ist ihnen wichtiger, als persönliche Termine oder Telefongespräche zu führen. Online-Kapazitäten werden auch für Transaktionen bevorzugt. Eine Forderung, die vor allem den HNWIs in Nordamerika und Asien-Pazifik (ohne Japan) wichtig ist. Fast zwei Drittel der HNWIs würde es in Betracht ziehen, die Firma zu wechseln, wenn es zu Mängeln bei Transaktionen oder beim Geldtransfer zwischen Konten käme.
 
Dahingegen ziehen HNWIs den persönlichen Kontakt zu ihren Vermögensverwaltern in Form von Präsenzterminen und Telefongesprächen vor, wenn es um Beratung geht. Allerdings stellt der WWR fest, dass sich auch dies ändern wird, da die unter 40-Jährgen HNWIs einen hohen Bedarf an digitalen Leistungen von ihren Vermögensverwaltungsfirmen aus allen Bereichen haben. Der Anspruch an mobile Services, Video und Social Media ist doppelt so hoch, wie bei HNWIs über 40 Jahren. Diese Forderungen setzen Firmen unter Druck, sich der Digitalisierung anzunehmen, da junge HNWIs ein größeres Vermögen haben und prominenter sind.
 
„Digitale Leistungen bieten Vermögensverwaltungsfirmen signifikante Möglichkeiten, um das Verhältnis zu ihren Kunden zu verbessern“, so M. George Lewis, Group Head von RBC Wealth Management & RBC Insurance. „Firmen sollten die Digitalisierung als essentielle Voraussetzung sehen, um eine kanalübergreifende und integrierte Kundenbeziehung aufzubauen. Die Investitionen sollten danach priorisiert werden, wie Kunden mit ihrer Firma und ihrem Vermögensverwalter in Verbindung treten wollen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es ein wachsendes Interesse an digitalen Leistungen gibt. Wir identifizieren fortlaufend Möglichkeiten zur Unterstützung der Kunden-Vermögensberater-Beziehung.“
 
Firmen sollten ihre komplette Kundenbeziehung digitalisieren
Zukunftsorientierte Firmen werden feststellen, dass weitreichende digitale Angebote nicht optional zu sehen sind. Sie werden eine digitale Strategie entwickeln, die die Ansprüche ihrer vermögenden Kundschaft abbildet. Firmen die eine digitale Transformation erfolgreich durchführen, können das Kundenverhältnis vertiefen, administrative Aufwände verringern, signifikante Einsparungen vorantreiben, eine Reputation als zukunftsorientierte Firma erhalten und letztendlich das Kundenerlebnis wie auch die Kundenbindung verbessern, so die Schlussfolgerung im World Wealth Report.