eGovernment Benchmark 2015: Der digitale Binnenmarkt der EU braucht stärkere digitale Transformation

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Chance auf höhere Nutzung von eGovernment-Services durch mobilfähige Webseiten bisher ungenutzt – Österreich gut bei mobilfähigen Websites
Wien, 23. Juni 2015 – Europas öffentlicher Sektor stellt zwar immer mehr Dienstleistungen online zur Verfügung, dennoch geht es insgesamt nur langsam voran. Um das volle Potenzial des europäischen digitalen Binnenmarkts auszuschöpfen, müssen die europäischen Länder ihren Fokus von der nationalen auf die europäische Ebene verlagern und ihre Online-Angebote deutlich stärker personalisieren. Das sind die Kernergebnisse des zwölften eGovernment Benchmark Reports, den die Europäische Kommission heute gemeinsam mit der Capgemini-Gruppe und ihren Partnern veröffentlicht hat.
   
Die diesjährige Untersuchung basiert auf einer Analyse von mehr als 10.000 Webseiten aus EU-Ländern und konzentriert sich erneut auf die Benutzerfreundlichkeit von Online-Dienstleistungen in ausgewählten Lebenslagen wie zum Beispiel Unternehmensgründung, Arbeitslosigkeit, Jobsuche und Studium. Laut Benchmark nimmt Europas digitale Reife stetig zu: Es sind mehr Informationen und Services online verfügbar und Online-Support, -Hilfefunktionen und Feedback-Kanäle wurden verbessert.
   
Ungenutztes Potenzial: Mobilfähige Webseiten sind rar
Nachholbedarf besteht EU-weit weiterhin bei der Qualität der Online-Services: Die notwendigen Verbesserungen werden nur langsam umgesetzt. Und obwohl immer mehr Bürger mobile Endgeräte besitzen, nutzen viele Behörden die sich daraus ergebende Chance für eine stärkere Personalisierung ihrer Angebote nicht. Aktuell ist nur ein Viertel der Internetseiten von öffentlichen Einrichtungen mobilfähig, dabei zeigen Best-Practice-Beispiele, dass die Anzahl der Nutzer stark wächst, sobald eine Website auch für mobile Endgeräte optimiert ist. Neben Großbritannien mit zwei Drittel mobilfähigen Seiten, ist Österreich ein positives Beispiel in diesem Bereich. Fast 50 Prozent der Webseiten sind auf diese Art der Nutzung ausgelegt.
    
Österreich macht es Unternehmensgründern leicht
In der Bewertung der zwei Lebenslagen Jobverlust und Arbeitssuche attestiert der Benchmark Österreich hinsichtlich der Verfügbarkeit von Online-Services sehr gute Werte. Fast 100 Prozent der Anwendungen sind in diesem Bereich online verfügbar und zu 75 Prozent transparent für Arbeitssuchende aufbereitet. Wer in Österreich ein Unternehmen gründen möchte, findet über 90 Prozent der Services online. Damit ist Österreich unter den führenden EU-Ländern in diesem Bereich. Bei der Bewertung der fünf Schlüsseltechnologien für eine digitale Transformation ist Österreich unverändert unter den führenden Staaten in der EU. Etwas Nachholbedarf hat die Republik bei der Lebenslage Studium. Zwar sind fast 90 Prozent der Angebote online verfügbar, ausbaufähig sind jedoch Services öffentlicher Einrichtungen, die Studenten im Auslandsstudium innerhalb der EU unterstützen.
    
Transparenz ist essenziell für stärkere Online-Nutzung
EU-weit ist ein Haupthindernis für die Nutzung von Online-Services mangelnde Transparenz bei den Prozessen, beim Umgang mit persönlichen Daten sowie hinsichtlich weiterer beteiligter Stellen. Dies führt dazu, dass die Bürger die Online-Services nicht nutzen und Behördengänge wie bisher erledigen. Der Transparenz-Benchmark zeigt, dass der öffentliche Bereich hier noch stark nacharbeiten muss. Trotz leichter Steigerung (drei Prozentpunkte gegenüber Vorjahr) ist der absolute Wert dafür mit 51 Prozent noch immer nicht zufriedenstellend. Positiv entwickelt hat sich der Zugriff der Nutzer auf ihre digital hinterlegten Daten (Zunahme um 5 Prozentpunkte auf insgesamt 52 Prozent). Weiter verbessert werden muss die Transparenz bei der Serviceerbringung: Die Gesamtdauer, die Informationen zum Bearbeitungsfortschritt und die Antwortzeiten bei der Nutzung von Online-Services sind EU-weit noch nicht zufriedenstellend.
    
Der digitale Binnenmarkt der EU liegt noch in weiter Ferne
Ein digitaler Binnenmarkt birgt das Potenzial von 340 Milliarden Euro an zusätzlichem Wachstum, ist jedoch längst noch nicht in Sicht: Der Mobilitäts-Indikator für grenzüberschreitende Angebote hat sich im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 48 Prozent verbessert, ist insgesamt gesehen aber weiterhin niedrig. Grenzüberschreitende Angebote von Online-Services sind vor allem für Geschäftsprozesse verfügbar, eGovernment-Dienstleistungen für Bürger aus anderen EU-Ländern sind bisher nur schwach entwickelt. Hier zeigt sich eine sehr klare Prioritätensetzung der öffentlichen Hand. „Der Ausbau des digitalen EU-Binnenmarktes ist überfällig: Nur wenn Europa als Einheit auftritt, ist unsere Stimme laut genug, um im Silicon Valley gehört zu werden“, so Bernd Bugelnig, Vice President Head of Custom Solutions, bei Capgemini in Österreich.

Den vollständigen Report finden Sie hier: http://www.capgemini.com/egov-benchmark

Informationen zur digitalen Agenda der EU.