Preise für Bank-Services fallen weiter, Internet-Nutzer zahlen 34 Prozent weniger als Kunden am Bankschalter

Mag. Gregor Erasim
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Studie
World Retail Banking Report 2009
Preise für Bank-Services fallen weiter, Internet-Nutzer zahlen 34 Prozent weniger als Kunden am Bankschalter
Wien, 14. April 2009
Der Preisindex für Standard-Bankdienstleistungen ist 2008 um 2 Prozent gesunken – auf einen globalen Durchschnitt von 70,30 Euro. Im asiatisch-pazifischen Raum sind die Preise mit 54,30 Euro am günstigsten, in den europäischen Ländern außerhalb der Euro-Zone mit 76,60 Euro am teuersten. Dies zeigt der sechste World Retail Banking Report, der vom Beratungsunternehmen Capgemini, der Finanzgruppe UniCredit und der European Financial Management and Marketing Association (EFMA) herausgegeben wurde. „Mit dem World Retail Banking Report schaffen wir für Banken eine Informationsgrundlage, mit der sie besser mit den massiv veränderten operativen und strategischen Herausforderungen der nächsten Jahre umgehen können“, erläutert Mag. Gregor Erasim, Head of Financial Services Eastern Europe, die Intention der Studie.
Der World Retail Banking Report 2009 untersucht auf Grundlage der Daten von mehr als 200 Banken in 26 Ländern die Preise für Standard-Bankdienstleistungen in Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Zugrundegelegt ist das Nutzerverhalten eines normal aktiven Kunden sowie die Besonderheiten der nationalen Märkte. In einem zweiten Teil analysiert der diesjährige Report mit einer umfangreichen Marktstudie den Einfluss der Finanzkrise auf den Hypothekenmarkt.
Weltweit sind die durchschnittlichen Preise gesunken
Insgesamt sind 2008 die Service-Preise der Banken in den meisten Regionen leicht gefallen. So um 1,4 Prozent in Nordamerika, 2,3 Prozent in der Region Asien-Pazifik und 6,1 Prozent in der Eurozone (hier maßgeblich beeinflusst durch einen drastischen Preisrückgang von 33 Prozent in Irland aufgrund der Einführung von Paketangeboten sowie einem Preisrückgang in Spanien um 7,2 Prozent). In den europäischen Ländern außerhalb der Eurozone, wozu auch Russland gerechnet wird, gab es dagegen einen leichten Preisanstieg von 1,6 Prozent. In sämtlichen Regionen hatte der Zahlungsverkehr auch 2008 den größten Anteil an der Gebührenstruktur; dieser variiert jedoch stark, von 66 Prozent in Nordamerika über rund 50 Prozent im gesamteuropäischen Raum bis 47 Prozent im Raum Asien-Pazifik.
Internet-Nutzer zahlen 31 Euro weniger als Kunden am Schalter
In den meisten der untersuchten Länder sind inzwischen Preisstrategien umgesetzt worden, die Internet-Services zu günstigeren Konditionen anbieten als die Dienstleistungen am Bankschalter. Einige Banken in den nordischen Ländern haben sogar extrem attraktive Preisvorteile geschaffen, um Kunden zur Nutzung der Online-Services zu bewegen. Der damit erzielte Erfolg bestätigt klar, dass eine solche Strategie das Kundenverhalten direkt beeinflusst. Im Durchschnitt zahlen Internet-Nutzer 31 Euro weniger Bankgebühren als Bankkunden am Schalter.
SEPA-Zahlungsverkehr sorgt weiterhin für Kostensenkung in der Eurozone
Die allgemeine Erwartung, dass der einheitliche Zahlungsverkehrsraum SEPA (Single Euro Payments Area) in der Eurozone zu mehr Wettbewerb und niedrigeren Preisen führen würde, hat sich erfüllt: Seit 2006 sind in der Eurozone die Preise im Zahlungsverkehr jährlich um rund 3,6 Prozent gefallen. Im Berichtsjahr 2008 ging der Preisindex hier von 60,90 Euro auf 57 Euro zurück, während er in den anderen Regionen relativ stabil blieb (minus 0,70 Euro).
Preise sinken in den nächsten fünf Jahren weiter
Es ist zu erwarten, dass die allgemeinen Bankenumsätze kurzfristig zurückgehen. Zukünftig erfolgreiche Institute werden deshalb berücksichtigen müssen, dass die Standard-Bankdienstleistungen das Rückgrat für ihre Kundenbeziehungen darstellen. Der Preisrückgang, der im letzten Jahr 2 Prozent und seit 2005 jährlich rund 1,2 Prozent ausmachte, wird sich voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren fortsetzen; Gründe dafür sind das Aufkommen von Low-Cost-Banken, die von Aufsichtsbehörden und Verbänden angeregte klare Preisgestaltung, der Einfluss des Internets und der durch die Globalisierung schärfer werdende Wettbewerb.
Hypothekenmarkt: Finanzkrise zwingt Banken zu neuen Geschäftsmodellen
Die Krise am Subprime-Markt 2008 markiert das Ende der positiven Trends im Hypothekenmarkt, wobei hier die explodierenden Refinanzierungskosten einen wesentlichen Einfluss auf die Rentabilität von Hypotheken hatten. „Die Ergebnisse des Reports machen klar, dass Banken am Hypothekenmarkt an einen Scheidepunkt gekommen sind und die Finanzkrise die Institute zu neuen Geschäftsmodellen zwingt“, kommentiert Mag. Gregor Erasim die Key Findings der diesjährigen, vertiefenden Untersuchung für den Hypothekenmarkt. Die Ergebnisse stützen sich auf eine umfassende Marktstudie in acht europäischen Ländern (darunter Österreich), den USA und Japan, Executive Interviews in 54 großen Banken in 17 Ländern, und eine vertiefende Rentabilitätsanalyse. Der Hypothekenmarkt verzeichnete zwischen 2003 und 2007 einen umfassenden Rückgang der Rentabilität. Dies ist in erster Linie Folge der Abnahme bei den Netto-Zins-Margen (Rückgang von im Durchschnitt 50 Basispunkten auf den wichtigen Märkten) durch den intensiven Wettbewerb zwischen den Banken.
„Der aktuelle Report zeigt, dass Banken in mehrfacher Hinsicht gefordert sind,
wobei die Erhöhung des Kundennutzen ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist. Einerseits
werden Banken ihre Standard- und Servicedienstleistungen stärker am Kundenbedarf
ausrichten und entsprechend erweitern müssen. Andererseits gilt es bestehende
Kooperationen zu verstärken und neue Synergien in Kooperationen mit Anbietern
außerhalb der Finanzindustrie zu generieren“, resümiert Mag. Gregor Erasim auf
Basis der Ergebnisse, die Herausforderungen mit denen die Banken konfrontiert
sind.
Über Capgemini
Capgemini, einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie-Services sowie Outsourcing, ermöglicht seinen Kunden den unternehmerischen Wandel durch den Einsatz von Technologien. Als Dienstleister stellt Capgemini Wissen und Fähigkeiten zur Verfügung, um seinen Kunden die notwendigen Freiräume für Wachstum und geschäftlichen Erfolg zu schaffen. Ein wesentliches Element dafür ist die besondere Form der Zusammenarbeit, genannt Collaborative Business Experience™. Über das globale Liefermodell Rightshore® arbeiten bei Capgemini die kompetentesten Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Niederlassungen weltweit als ein Team zusammen, um für die Kunden die optimale Lösung zu erzielen.
Capgemini beschäftigt in mehr als 30 Ländern über 90.000 Mitarbeiter und erzielte 2008 einen Umsatz von 8,7 Milliarden Euro.
Über UniCredit
Mit einem Gesamtkapital von über 1000 Mrd. Euro zählt UniCredit zu den führenden Finanzgruppen in Europa. Sie ist zum Stand 30. September 2008 in 22 Ländern mit rund 10.000 Filialstellen präsent und beschäftigte 177.000 Mitarbeiter, die für mehr als 40 Millionen Kunden im Einsatz sind.
In der Region Mittel- und Osteuropa betreibt UniCredit das größte internationale Bankennetz mit über 3.400 Zweigstellen und Niederlassungen. Mehr Informationen unter: www.unicreditgroup.eu
Über EFMA
Die European Financial Management & Marketing Association ist die führende Organisation für Banken, Versicherungsunternehmen und Finanz-Institutionen in Europa. EFMA ist eine Non-Profit Organisation die 1971 gegründet wurde und heute mehr als 2.450 verschiedene Marken aus der Finanzdienstleiterwelt umfasst, darunter 80 Prozent der größten europäischen Banken-Gruppen. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.efma.com
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