Studie
RFID and Consumers
What European Consumers Think About Radio Frequency Identification and the Implications for Business
Aufklärung der Konsumenten wird der Knackpunkt für RFID
Wien 14. März 2005
Angst vorm ‚gläsernen Kunden’ ist hoch
Verbraucher in Europa stehen der Radio Frequency Identification-Technik (RFID), also Funkchips auf allen Arten von Waren, mit gemischten Gefühlen gegenüber. So begrüßen 70 Prozent der Befragten in einer Untersuchung der Management- und IT-Beratung Capgemini den Einsatz der Technik, wenn es darum geht, den Diebstahl von Fahrzeugen zu verhindern. Auch die Möglichkeit, gestohlene Waren schneller wieder aufzufinden, bewerten 68 Prozent positiv, ebenso wie verbesserte Sicherheitsmaßnahmen mittels RFID bei verschreibungspflichtigen Medikamenten von 63 Prozent begrüßt werden. Gleichzeitig aber besteht Unsicherheit, was den Schutz der Privatsphäre angeht. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) haben große oder sehr große Bedenken, dass RFID-Tags an den gekauften Produkten der Überwachung ihres Konsumverhaltens dienen könnten. Auch glauben 59 Prozent, dass die über die Funkchips gewonnenen Daten von Dritten genutzt werden könnten. Für die Untersuchung wurden insgesamt 2.000 Personen über 18 Jahre aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden befragt.
RFID außerhalb von Fachkreisen wenig bekannt
Insgesamt ist das Wissen über die RFID-Technik nicht groß verbreitet. Nur rund 18 Prozent (Deutschland 15 Prozent) der Bevölkerung können überhaupt etwas mit dem Begriff RFID anfangen. Und davon hat die Hälfte der deutschen Befragten eine positive Meinung, elf Prozent sehen eher Nachteile und 40 Prozent haben keine Meinung dazu – ähnlich die Ergebnisse in den anderen europäischen Ländern. „Das zeigt, dass noch viel Aufklärungsbedarf herrscht. Es heißt aber auch, dass Unternehmen, die RFID im direkten Kundenkontakt einsetzen, noch die Chance haben, ihre Kunden von den Vorteilen der Technik zu überzeugen”, so Dr. Harald Münzberg, Vice President und Leiter der Sparte Konsumgüter und Handel bei Capgemini Zentraleuropa.
Kennzeichnungspflicht und Deaktivierungsmöglichkeiten gefordert
Nur wenige Befragte (8 Prozent Deutschland) wissen, dass RFID eine bereits verwendete Technik ist. So beispielsweise in Skipässen oder Zugangskarten für Gebäude. Die Unkenntnis über RFID und ihre Einsatzbereiche äußert sich auch darin, dass etwa die Hälfte der Befragten glaubt, RFID Tags seien aus der Distanz lesbar und damit ein potenzielles Datensicherheitsproblem. Auf der anderen Seite gestehen die Konsumenten ein, dass sie den Kauf von RFID-fähigen Produkten durchaus in Erwägung ziehen würden, wenn sie mehr über die Technik wüssten. Gerade günstigere Preise, höhere Produktsicherheit oder auch Verbesserungen im Einkaufserlebnis sind Argumente der Verbraucher in Deutschland pro RFID, laut einer offenen Antwortkategorie in der Befragung. Grundvoraussetzung dafür, Produkte mit dem RFID-Tag zu kaufen, wäre jedoch ein offener Umgang mit den Bedenken. So sollte nach 57 Prozent der Befragten der Schutz der Privatsphäre vor RFID explizit gesetzlich geregelt sein. Auch würden etwa die Hälfte der Verbraucher (53 Prozent) gerne die RFID-Tags nach dem Kauf der Ware deaktivieren können. Auch eine deutliche Kennung, dass ein Produkt RFID-fähig ist, würde sich in etwa die Hälfte wünschen.
Über die Capgemini-Gruppe
Capgemini ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen mit europäischem Ursprung berät Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Capgemini wendet dabei eine neue Form der Zusammenarbeit an: Collaborative Business Experience. Grundlage ist die Verpflichtung von Dienstleister und Kunde zu gemeinsamem Erfolg und das Erreichen messbaren Mehrwerts auf Basis enger Zusammenarbeit. Capgemini beschäftigt derzeit weltweit rund 60.000 Mitarbeiter und erzielte 2004 einen Umsatz von 6,291 Milliarden Euro.
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